Ein Tag in Bad Homburg

In Bad Homburg vor der Höhe, einer idyllischen Kurstadt im Taunus, sollte die erste Aufführung von Paula in Deutschland stattfinden. Das ließen wir uns nicht entgehen. Und die lange Reise hat sich gelohnt.

Jetzt sollte man gleich mal ehrlich sein. Es war die Zweite! Die Premiere hatte schon am Vortag in Neu-Anspach stattgefunden. Aber eine Aufführung im Kurtheater von Bad Homburg – das ist schon was Besonderes. Dieses Theater mit riesiger Bühne fasst 720 Zuschauer! Das treibt einem dann doch ein wenig den Schweiß ins Gesicht.

Wir nutzten unsere Fahrt erst einmal zu einem Zwischenaufenthalt in Frankfurt. Die Stadt am Main präsentierte sich uns bei schönstem Wetter quirlig, quicklebendig und dennoch sehr entspannt und freundlich. Unser Eindruck entsprach so gar nicht der gängigen Erwartung. Aber zugegeben, es war Samstag und ein herrlich sonniger Herbsttag dazu. Was will man mehr, wenn man aus den Bergen kommt und schon auf Winter programmiert ist?

Als wir am nächsten Tag die Bad Homburger Louisenstraße abschritten, Äppelwoi am Bauernmarkt genossen und das rege Treiben in der Fußgängerzone beobachteten, stach uns plötzlich ein übergroßes Transparent ins Auge: am Kurzentrum lächelte uns Paula durch die schwarze Sonnenbrille verschmitzt entgegen. Das haut dich erst mal schon um … irgendwie.

Wir hatten noch etwas Zeit den herrlichen Kurpark zu genießen, bevor wir im Theaterfoyer in kleiner Runde privat empfangen wurden. Mit dabei war auch die Geschäftsführerin des Deutschen Theaterverlags Frau Gabriele Barth, die das Stück damals aufgenommen hatte und es sich nun selbst anschauen wollte. Das freute mich ganz besonders.

Um 19:00 Uhr gingen dann die Saallichter aus. Der gigantisch Saal war natürlich nicht voll, was laut unseren Gastgebern auch dem unerwartet schönen Herbstwetter und verschiedenen Veranstaltungen geschuldet war, aber das tat dem Genuss keinen Abbruch. Die drei Schauspieler Rainer Kremin (Bernd), Kai Löhde (Frank) und Jens Müller-Langerhans (Erich) spielten unter der Regie von Uschi Glassner mit einer herrlichen Leichtigkeit und der erfrischenden Beiläufigkeit, die im Amateurbereich oft vermisst wird.

Ich musste oft herzlich lachen, obwohl ich noch jeden Satz kannte, aber Schauspiel und Inszenierung brachten immer wieder Momente völlig unvermuteter Situationskomik zu Tage, die mich fesselten, als hätte ich das Stück noch nie gesehen.

Das Bühnenbild war schlicht und reduziert und ließ gerade dadurch den Blick auf das Wesentliche zu, die Beziehungen der drei Freunde untereinander. Dabei war der Schick der Yuppi-Wohnung oder das Chaos des Familienheims mit wenigen Requisiten perfekt getroffen und immer zu spüren.

Ein großes Lob an alle Beteiligten dieser Produktion. Es war für mich eine wundervolle Erfahrung, mein Stück so herrlich umgesetzt zu sehen. Zugleich hatten wir wunderschöne Begegnungen mit engagierten, herzlichen und gastfreundlichen Theaterfreunden, die hoffentlich noch intensiviert werden können. Die Adressen wurden jedenfalls schon mal ausgetauscht.

nach der Aufführung hinter der Bühne

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