und letzthin bei den Dionysien …

http://www.salzburger-landestheater.at/de/produktionen/dionysien.html

Eine ungewöhnliche und mitreißende Idee … Salzburg feiert Dionysien, ein griechisches Spektakel aus Tragödie, Tanz, Singspiel und Komödie. Dazwischen Speis und Trank. So kurzweilig können 4 Stunden sein.

Zugegeben, die Dramaturgie der Tragödie „Prometheus“ – das Schauspiel nach Aischylos machte den Auftakt – wäre durchaus verbesserungsfähig. Gar statisch wirken die Dialoge  zwischen dem hoch an den Fels geketteten Prometheus und seinen unter ihm stehenden Gegenübern – das hat ein bisschen was von einem Passionsspiel.

Herausragend geht es aber weiter mit dem Tanztheater „Medea – der Fall M.“ nach Euripides. Eine unglaublich unter die Haut gehende Aufführung mit einer überirdisch ausdrucksstarken Medea – getanzt von der Brasilianerin Màrcia Jaqueline.  Für mich klar das Beste, was ich im Tanztheater je gesehen habe und das Highlight des Abends.

Nach der heißen Pausenschlacht am kalten Büffet – Oliven, Weintrauben, Schafskäse, Tsatsiki und Koupepia – geht es auf zur Oper Ödipus Rex von Strawinsky, die ganz als Gesamtkunstwerk mit viel Theater und Tanz die hervorragende Musik und überwiegend herausragenden sängerischen Leistungen unterstreicht. Besonders zu erwähnen sind die Chorpassagen und Aude Extrémo als Jocaste.

Den Abschluss bildete die Komödie „Der Frieden“ nach Aristophanes, bei der es von klamaukig bis derb herging. Das war nicht nach jedermanns Geschmack und einige Gäste glaubtem, Ihrem Mißfallen durch einen (wie immer für das Publikum störenden) vorzeitigen Abgang Ausdruck verleihen zu müssen. Man ist halt eben doch in Salzburg. Wer sich nach anfänglicher Irritation auf das kasperlhafte Treiben einlassen konnte – es mag wohl im alten Griechenland nicht weniger derb zugegangen sein -, erlebte ein amüsantes Finale bei dem schließlich das Publikum zum Mittanzen aufgefordert wurde und zu Discoklängen zwischen Schauspielern, Tänzern und Schulklassen „abtanzen“ durfte.

Bilanz: Die Felsenreitschule ist sowieso immer einen Besuch wert – und wenn es einen so kurzweiligen und unterhaltsamen Abend gibt, erst recht. Jederzeit wieder.

2 Gedanken zu „und letzthin bei den Dionysien …“

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