…und bis zur Premiere vom Gott des Gemetzels heißt es: warten…………….. wieso nicht im Kellertheater?

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Eine herausragende Inszenierung (Rohrmoser) mit einem hervorragenden Ensemble (Helmuth Häusler, Elmar Drexel, Michael Walde-Berger und Lucas Zolgar) begeisterte am Wochende im Innsbrucker Kellertheater. Hinreißend gespielt sorgen Estragon und Wladimir zwischen Dialekt und verschiedenen Sprachen hin- und herswitchend (did I say switchend?) für einen spannenden Abend des gemeinsamen Wartens. Ein Warten allerdings, das in der Enge dieses dunklen Kellers auch für den Zuseher eine sehr persönliche Note bekommt, zumal das Stück ohne Pause durchgespielt wird.

Warten auf das Ende? Die Erlösung? Warten auf Veränderung? Aber wollen wir die denn überhaupt? Warten um des Wartens Willen, oder kommt er heute doch – erstmals in der Theatergeschichte, Godot wahrhaftig auf der Bühne?

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Warten Sie’s ab! Wir verraten nichts. Außer soviel – das Warten lohnt sich.

Warten mit

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https://www.kellertheater.at/spielplan-kellertheater/warten-auf-godot/

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Auf in ein neues Theaterjahr

2018 wird spannend!

Soeben ist der Flyer raus! Die Proben sind schon angelaufen und lassen einiges erwarten. Nachdem ich vor zwei Jahren schon bei KUNST mitwirken durfte, freue ich mich auf eine neue Yasmina-Reza-Produktion. DER GOTT DES GEMETZELS ist ein wunderbar intelligentes, kritisches, boshaftes und zugleich witziges Stück über die  alltäglichen Schwierigkeit des Umgangs mit Konflikten. Ab 24.3.2018 in der Arche Noe Kufstein.

Ab Februar sollte mein Stück PAULA im Programm des Deutschen Theaterverlags aufscheinen. Ich freue mich sehr und bin auch ein wenig stolz, Teil der Autorengemeinschaft des größten deutschsprachigen Amateurtheaterverlags sein zu dürfen.

Und schließlich steht  2018 auch ein Jubiläum ins Haus: 30 Jahre Gaststubenbühne Wörgl! Es darf einiges erwartet werden. 

und letzthin bei den Dionysien …

http://www.salzburger-landestheater.at/de/produktionen/dionysien.html

Eine ungewöhnliche und mitreißende Idee … Salzburg feiert Dionysien, ein griechisches Spektakel aus Tragödie, Tanz, Singspiel und Komödie. Dazwischen Speis und Trank. So kurzweilig können 4 Stunden sein.

Zugegeben, die Dramaturgie der Tragödie „Prometheus“ – das Schauspiel nach Aischylos machte den Auftakt – wäre durchaus verbesserungsfähig. Gar statisch wirken die Dialoge  zwischen dem hoch an den Fels geketteten Prometheus und seinen unter ihm stehenden Gegenübern – das hat ein bisschen was von einem Passionsspiel.

Herausragend geht es aber weiter mit dem Tanztheater „Medea – der Fall M.“ nach Euripides. Eine unglaublich unter die Haut gehende Aufführung mit einer überirdisch ausdrucksstarken Medea – getanzt von der Brasilianerin Màrcia Jaqueline.  Für mich klar das Beste, was ich im Tanztheater je gesehen habe und das Highlight des Abends.

Nach der heißen Pausenschlacht am kalten Büffet – Oliven, Weintrauben, Schafskäse, Tsatsiki und Koupepia – geht es auf zur Oper Ödipus Rex von Strawinsky, die ganz als Gesamtkunstwerk mit viel Theater und Tanz die hervorragende Musik und überwiegend herausragenden sängerischen Leistungen unterstreicht. Besonders zu erwähnen sind die Chorpassagen und Aude Extrémo als Jocaste.

Den Abschluss bildete die Komödie „Der Frieden“ nach Aristophanes, bei der es von klamaukig bis derb herging. Das war nicht nach jedermanns Geschmack und einige Gäste glaubtem, Ihrem Mißfallen durch einen (wie immer für das Publikum störenden) vorzeitigen Abgang Ausdruck verleihen zu müssen. Man ist halt eben doch in Salzburg. Wer sich nach anfänglicher Irritation auf das kasperlhafte Treiben einlassen konnte – es mag wohl im alten Griechenland nicht weniger derb zugegangen sein -, erlebte ein amüsantes Finale bei dem schließlich das Publikum zum Mittanzen aufgefordert wurde und zu Discoklängen zwischen Schauspielern, Tänzern und Schulklassen „abtanzen“ durfte.

Bilanz: Die Felsenreitschule ist sowieso immer einen Besuch wert – und wenn es einen so kurzweiligen und unterhaltsamen Abend gibt, erst recht. Jederzeit wieder.

Ein Kuckucksnest im Astnersaal

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Bis zum 4.11.2017 besteht noch Gelegenheit, die aufwühlende Geschichte von einem, der sich den vorgegebenen „Regeln“ nicht anpasst und die erbitterte Reaktion der Gesellschaft auf ein solches verrückt-sein erfahren muss, live bei der Wörgler Gaststubenbühne im Astnersaal zu erleben. Sehenswert!

Gänsehaut-Premiere für „Einer flog über das Kuckucksnest“

Wörgl, 16.10.2017; Text von Veronika Spielbichler (www.vero-online.info)

Absolute Stille herrschte am 13. Oktober 2017 im Wörgler Astnersaal am Schluss des Stückes „Einer flog über Kuckucksnest“, bevor der Premierenapplaus aufbrandete und das Ensemble der Gaststubenbühne Wörgl für die mitreißende, unter die Haut gehende Vorstellung mit lang anhaltendem Beifall belohnte.

Gänsehaut-Premiere für „Einer flog über das Kuckucksnest“

Vor ausverkauften Rängen ließen die DarstellerInnen unter der Regie von Mike Zangerl dem Publikum Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Dale Wassermans Drama, basierend auf dem Roman von Ken Kesey, entspricht inhaltlich nicht exakt dem Hollywood-Kassenschlager mit Jack Nicholson, bringt aber mit gleichermaßen starken Bildern ein Psychogramm unserer Gesellschaft auf die Bühne, das seit der Uraufführung des Theaterstückes 1963 nichts von seiner Brisanz verloren hat. Was ist verrückt und was normal? Wer entscheidet das? Wie weit entscheiden darüber Machtverhältnisse?

In der Rolle des aufsässigen Mc Murphy, der den Alltag einer psychiatrischen Station gehörig durcheinanderwirbelt und seinem rebellischen Geist entsprechend die Hackordnung in Frage stellt, wirft Daniel Kapfinger die ruhig gestellten anderen Mitgliedern der „Therapeutischen Gemeinschaft“ aus den von der Stationsleitung vorgezeichneten Bahnen. Ein perfides System, das einerseits durch Medikamente, andererseits durch ein demütigendes, gegenseitiges Bespitzelungssystem von der Oberschwester Ratched (Sophia Etzelstorfer) am Laufen gehalten wird. Mc Murphy, der seine psychische Störung nur vortäuscht, um der Arbeit auf einer Gefängnisfarm zu entgehen, sieht den tyrannischen Charakter hinter ihrer wohltätigen Fassade und nimmt mit ihr den Kampf auf, den er nicht gewinnen kann.

Mit Mc Murphys Mut dringt die Außenwelt in die geschlossene Welt der Anstalt – Glücksspiel, Party und Sport erinnern die Patienten daran, dass es noch ein anderes Leben gibt. Mc Murphy wird ihr Held – doch reicht ihr eigener Mut aus, draußen zu bestehen? Führt der Weg in den Abgrund oder in die Freiheit? Mc Murphys Rebellion weckt ungeahnte Potentiale in anderen, etwa bei Häuptling Bromden (großartig dargestellt von Oliver Ruso). In der Therapeutischen Gemeinschaft bringen weiters Patrick und Othmar Haller, Gerhard Salchner, Jürgen Chmela-Heiss, Johannes Schlögl und Christian Zangerl ihre Ticks überzeugend auf die Bühne. Im Team der Stationsleitung agieren neben Sophia Etzelstorfer Wolfgang Niedermayer als Stationsarzt, Jaymin Aydin und Anna Etzelstorfer als Schwestern, Dominic Kainzner und Christian Widauer als Pfleger und Mike Zangerl als Hausmeister. In die Rolle der Prostituierten schlüpfen Carmen Bichler und Jenny Tausz.

Regisseur Mike Zangerl wünschte sich die Realisierung des Dramas seit Jahrzehnten. „Das Stück ist zeitlos“, so Zangerl. Die engagierte Theaterarbeit der Gaststubenbühne in den vergangenen 30 Jahren schuf nun mit entsprechend großem Schauspieler-Stab die Möglichkeit, eine derart große Inszenierung auch umzusetzen.

 

Mein Ausflug zu den Rotariern

Von der Homepage GSBW.net

Die GSBW beim ROTARY CLUB Wörgl-Brixental … und umgekehrt

Am 12.10.2017 durfte Thomas Kraft auf Einladung des Rotary Clubs Wörgl-Brixental die Gaststubenbühne Wörgl vorstellen. Neben einem geschichtlichen Abriss des Theatervereins von den Anfängen 1987 im Gasthaus Aufinger bis hin zur aktuellen Produktion „Einer flog über das Kuckucksnest“ im Astnersaal der Alten Post ließ der Referent auch zahlreiche persönliche Erfahrungen von seinem Einstieg als technischer Gehilfe über die Schauspielerei zum Regisseur und Autor einfließen und versuchte, der Zuhörerschaft die Faszination „Theater“ näherzubringen.

Das interessierte Publikum lauschte gespannt den Ausführungen über das Selbstverständnis der Gaststubenbühne, herausragende Produktionen, das Ziel, immer wieder neue Wege zu beschreiten, den Schwerpunkt Jugendarbeit, die Kooperation mit nahestehenden Kulturprojekten und die besondere Spielstätte, die vom Verein liebevoll renoviert wurde. Den Höhepunkt schließlich bildete der Auftritt von MacMurphy (Daniel Kapfinger) und dem Indianer (Oliver Ruso), die am Abend vor der Premiere eine Szene aus dem Kuckucksnest inmitten der Zuschauer zum Besten gaben und mit regem Applaus belohnt wurden.

Der Rotary Club Wörgl-Brixental wird uns im Gegenzug am 2.11.2017 einen Besuch abstatten und den Clubabend in Form eines gemeinsamen Theaterlebnisses im Astnersaal abhalten.

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It’s all over now, Baby Blue …

Gestern Abend haben wir uns von PAULA verabschiedet. Mein Baby, das ich sehr lieb gewonnen habe. Sie hat mich seit über einem Jahr begleitet und mir wunderschöne Augenblicke beschert.

Wie eben gestern, bei der (endgültig letzten) Derniere: Ein voller Saal, ein fantastisches Publikum, stürmischer Applaus. Sehr liebe Gäste, teils seit langem nicht gesehen! Und das ist das eigentlich besondere an solchen Produktionen – die Menschen, die sich treffen, ob sie zusammen arbeiten, ihre Hilfe anbieten oder einfach nur teilnehmen, mitfeiern und das annehmen, was man ihnen bietet, wofür das alles letztlich gemacht ist. Dass das nicht jeder kann, ist menschlich.

Für mich war es ein ungeheures Glück, ein Stück, das in meinem Kopf entstanden ist, als Gemeinschaftsprojekt mit Freunden auf die Bühne bringen zu dürfen und zu erfahren, dass dem Publikum das gefällt, was auch mir gefällt, dass die Menschen über das lachen können, worüber auch ich lachen kann, und dass ich meine Begeisterung auch irgendwie auf das Publikum übertragen kann.
Das Gastspiel bei der Gaststubenbühne Wörgl war ein krönender Abschluss einer aufregenden Zeit mit vielen Freunden.

Danke euch allen, Danke Paula!

Schauspielhaus Zürich – der neue Spielplan

http://www.schauspielhaus.ch/de/spielplan/spielplan-2017-18

Das Schauspielhaus Zürich hat soeben seinen neuen Spielplan veröffentlicht. Neben zahlreichen Klassikern wie Shakespeare, Dostojevski, Brecht, Kleist, gibt es viel junges und zeitgenössisches Theater und – zu meiner Freude – natürlich immer auch etwas Schweizerisches:

Das Projekt „Max Frisch – Ärger im Paradies“ führt unter der Leitung von Stephan Müller ab April 2018 an Orte in Zürich, die mit Max Frisch in enger Verbindung stehen und widmet sich dem schriftstellerischen Werk, den Reden, Interviews, Briefen, Tagebüchern, Notaten, Filmskizzen und der Prosa des Autors.

Das Schauspielhaus ist eine meiner absoluten Lieblingsbühnen. Innovativ, frech, mit großer Klasse – mitten in Zürich, der Mini-Metropole am Limat.

Die Schweiz – einmal etwas anders. Kurz gesagt: Immer eine Reise wert. Ich hoffe, es geht sich auch in diesem Jahr wieder einmal aus.

Schauspielhaus

PAULA – die letzte Chance – eine Verabschiedung

Mehr als 1200 Leute haben PAULA bereits gesehen. Die sieben Aufführungen im Stadttheater Kufstein waren rasch ausverkauft, sodass bald klar wurde, dass es drei Zusatztermine geben würde.

Nach 10 Abenden in Kufstein wagten wir uns nach Wörgl, wo wir einen wunderbaren Theaterabend im Astnersaal auf einer eigens dafür gezimmerten Bühne erleben konnten.

Aber alles hat einmal ein Ende und wir haben beschlossen, uns nach der Aufführung am 24. Mai endgültig von Paula zu verabschieden.

Für mich war es ein fantastisches Erlebnis, mit so viel Ermutigung, Zuspruch und Enthusiasmus von unserem PAULA-Team Klaus Reitberger, Martin Heis und Maria Kaindl und der intensiven und höchst professionellen Unterstützung von Hildegard Reitberger mein erstes eigenes Theaterstück auf die Bühne zu bringen.

Mein Dank gilt dem Stadttheater Kufstein, das ohne Zögern die Produktion übernommen und mit vielen Helfern so professionell in die Tat umgesetzt hat (inklusive traumhaftem Catering :- ) , der Gaststubenbühne für die Einladung und Organisation der beiden Wörgler Aufgührungen, natürlich dem PAULA Team – vor allem aber unseren Frauen Birgit und Edith, die von Beginn an voll hinter uns gestanden sind und das ganze Projekt liebevoll unterstützend begleitet haben.

Seit wir im Dezember 2016 mit den ersten Leseproben begonnen haben, hat PAULA uns nun ein halbes Jahr lang beschäftigt. Sie kann ein Schatz sein, aber auch etwas schwierig …

PAULA, es war schön mit dir, wir werden dich vermissen, aber das Leben geht weiter!

Verabschiedung: 24.5. Astnersaal, Hotel Alte Post, Wörgl, 20:00 Uhr

reservierung@gsbw.net

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