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Die Firma dankt!

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Am 6.4.2019 öffnet sich im Astnersaal, Wörgl, erstmals der Vorhang für Lutz Hübners grandios-respektlose Wirtschaftssatire. Wir gehen hochmotiviert in die zweite Hälfte der Probenzeit.

Die Firma dankt ist eine bissige Satire auf die moderne Arbeitswelt, eine Farce über Arbeitskultur, Macht- und Machtspiele, über Ängste und Hoffnungen in einer globalisierten Welt. Eine Internetfirma schluckt einen Konzern – die schmutzige Kündigungswelle rollt bereits. Noch offen ist Abteilungsleiter Krusensterns Zukunft. Die neue Firmenleitung lädt ihn in das imposante Gästehaus der Firma. Statt der erwarteten Arbeitsgespräche wird Krusenstein aufgefordert, sich zu entspannen. Er begegnet vier schwer greifbaren Personen, deren Rollen er nicht einschätzen kann. Es gibt kein Programm, es gibt keinen Zeitplan. Was wird von ihm erwartet? Ein Vertreter der alten Garde, die mit Flipchart und Overhead-Präsentationen aufgewachsen ist, verirrt sich in der New-Economy-Welt der Global Player, für die Fantasien interessanter sind als reale Produkte.

Die Firma dankt! Von Lutz Hübner, Regie: Thomas Kraft, es spielen Stuart Kugler, Carmen Bichler, Othmar Haller, Dominic Kainzner und Birgit Hermann-Kraft; Bühnenbild Kathrin Puchwald.

Ab 6. April 2019 im Astnersaal. Infos: gsbw.net

Lasst euch diesen Floh ins Ohr setzen!

In Wörgl geht es rund! Im Astnersaal wird gelogen, betrogen, bezirzt und geküsst, beschimpft und vermöbelt, dass sich die Balken biegen und die Fetzen fliegen.

Eine lange und harte Probenzeit fand am 31.10.2018 ein glückliches Ende. Die erfolgreiche Premiere von Georges Feydeaus Komödienklassiker FLOH IM OHR unter der Regie von Helmuth A. Häusler entschädigte für eine anstrengende und entbehrungsreiche Zeit, in der die gesamte Freizeit nur von einem einzigen Thema beherrscht war: Wie sollen wir das nur bis Ende Oktober schaffen?

Wie schafften es! Wer unseren Nackten Wahnsinn von 2005 gesehen hat, kann sich ein ungefähres Bild machen, wie!!

Unser Regisseur hat ein kleines Wunder bewirkt. Und seine Arbeit ging weit über die Inszenierung hinaus. Die Bühne wurde maßgeblich von Helmuth gezimmert, der sich nun auch als Fachmann für Stiegenbau bezeichnen darf.

Nachdem wir auch schon die berühmt-berüchtigte „Zweite“ tapfer absolviert und unsere Improvisationskünste vor wiederum vollem Haus unter Beweis gestellt haben,  kann uns nichts mehr bremsen und wir freuen uns auf die restlichen neun, hoffentlich ebensogut besuchten, Vorstellungen. Baldige Reservierung wird empfohlen: http://www.gsbw.net

Ein Tag in Bad Homburg

In Bad Homburg vor der Höhe, einer idyllischen Kurstadt im Taunus, sollte die erste Aufführung von Paula in Deutschland stattfinden. Das ließen wir uns nicht entgehen. Und die lange Reise hat sich gelohnt.

Jetzt sollte man gleich mal ehrlich sein. Es war die Zweite! Die Premiere hatte schon am Vortag in Neu-Anspach stattgefunden. Aber eine Aufführung im Kurtheater von Bad Homburg – das ist schon was Besonderes. Dieses Theater mit riesiger Bühne fasst 720 Zuschauer! Das treibt einem dann doch ein wenig den Schweiß ins Gesicht.

Wir nutzten unsere Fahrt erst einmal zu einem Zwischenaufenthalt in Frankfurt. Die Stadt am Main präsentierte sich uns bei schönstem Wetter quirlig, quicklebendig und dennoch sehr entspannt und freundlich. Unser Eindruck entsprach so gar nicht der gängigen Erwartung. Aber zugegeben, es war Samstag und ein herrlich sonniger Herbsttag dazu. Was will man mehr, wenn man aus den Bergen kommt und schon auf Winter programmiert ist?

Als wir am nächsten Tag die Bad Homburger Louisenstraße abschritten, Äppelwoi am Bauernmarkt genossen und das rege Treiben in der Fußgängerzone beobachteten, stach uns plötzlich ein übergroßes Transparent ins Auge: am Kurzentrum lächelte uns Paula durch die schwarze Sonnenbrille verschmitzt entgegen. Das haut dich erst mal schon um … irgendwie.

Wir hatten noch etwas Zeit den herrlichen Kurpark zu genießen, bevor wir im Theaterfoyer in kleiner Runde privat empfangen wurden. Mit dabei war auch die Geschäftsführerin des Deutschen Theaterverlags Frau Gabriele Barth, die das Stück damals aufgenommen hatte und es sich nun selbst anschauen wollte. Das freute mich ganz besonders.

Um 19:00 Uhr gingen dann die Saallichter aus. Der gigantisch Saal war natürlich nicht voll, was laut unseren Gastgebern auch dem unerwartet schönen Herbstwetter und verschiedenen Veranstaltungen geschuldet war, aber das tat dem Genuss keinen Abbruch. Die drei Schauspieler Rainer Kremin (Bernd), Kai Löhde (Frank) und Jens Müller-Langerhans (Erich) spielten unter der Regie von Uschi Glassner mit einer herrlichen Leichtigkeit und der erfrischenden Beiläufigkeit, die im Amateurbereich oft vermisst wird.

Ich musste oft herzlich lachen, obwohl ich noch jeden Satz kannte, aber Schauspiel und Inszenierung brachten immer wieder Momente völlig unvermuteter Situationskomik zu Tage, die mich fesselten, als hätte ich das Stück noch nie gesehen.

Das Bühnenbild war schlicht und reduziert und ließ gerade dadurch den Blick auf das Wesentliche zu, die Beziehungen der drei Freunde untereinander. Dabei war der Schick der Yuppi-Wohnung oder das Chaos des Familienheims mit wenigen Requisiten perfekt getroffen und immer zu spüren.

Ein großes Lob an alle Beteiligten dieser Produktion. Es war für mich eine wundervolle Erfahrung, mein Stück so herrlich umgesetzt zu sehen. Zugleich hatten wir wunderschöne Begegnungen mit engagierten, herzlichen und gastfreundlichen Theaterfreunden, die hoffentlich noch intensiviert werden können. Die Adressen wurden jedenfalls schon mal ausgetauscht.

nach der Aufführung hinter der Bühne

Ausblicke

In diesem Jahr steht noch eine außergewöhnliche Produktion bevor und das kommende Jahr startet mit einer weiteren Aufführung von Paula.

Die Proben zu George Feydeaus Floh im Ohr laufen bereits auf Hochtouren. Helmuth A. Häusler stellt für die 30-Jahr-Feier der Gaststubenbühne eine Inszenierung auf die Beine, wie sie hierorts noch nicht gesehen wurde und für uns Schauspieler eine enorme Herausforderung darstellt. Alle gewohnten Spielmuster sind über den Haufen zu werfen, wir müssen uns von Probe zu Probe jedesmal neu auf die Figuren einlassen. Was dabei herauskommt gibt es im November zu sehn – im Astnersaal Wörgl.

… und was man nicht verpassen sollte!

Die warmen Sommernächte scheinen heuer endlos – was passte da trefflicher, als Shakespears wohl bekannteste Komödie: Ein Sommernachtstraum.

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Ein kurzer Nachtrag zu den Freilichttheater-Empfehlungen in Tirol ist unbedingt notwendig: Das THEATER.RUM spielt unter der Regie von Fabian Kametz einen herrlich leichten Sommernachtstraum – ein wunderbarer Spaß auf großer Bühne, präsentiert von einem bestgelaunten Ensemble, das ein wahres Feuerwerk an spritzigen Einfällen, Gags und Musik darbietet. Die schauspielerische Leistung ist – wie in Rum gewohnt – hervorragend. Die muskalischen Darbietungen sind gekonnt und witzig. Vor allem aber die Inszenierung zeigt ungeheuren Ideenreichtum und beweist, dass auch im Amateurbereich großes und modernes Theater möglich ist.

Ein Sommernachtstraum, noch vier mal im Veranstaltungszentrum FoRum am Rathausplatz, vom 8. bis 11. August 2018, jeweils um 20:30 Uhr.